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Welcher Akku in welches Werkzeug passt, Marke für Marke und System für SystemWelcher Akku passt, Typ für Typ und Gerät für Gerät

Akkus laden, lagern, entsorgen

Der Akku lädt nicht mehr: was der Reihe nach zu prüfen ist

Dieser Ratgeber führt der Reihe nach durch die Prüfungen, die sinnvoll sind, wenn ein Akku plötzlich nicht mehr lädt. Er beginnt bei den Prüfungen, die sich in wenigen Minuten selbst durchführen lassen, und endet bei der Frage, ob und wann sich ein neuer Akku wirklich lohnt.

Lesezeit: 4 min

Der Akku lädt nicht mehr: was der Reihe nach zu prüfen ist

Kontakte an Akku und Ladegerät prüfen

Bevor an eine Fehlfunktion der Elektronik gedacht wird, lohnt ein Blick auf die Kontaktflächen. Staub, Harz aus Holz oder Kunststoffbearbeitung, feine Späne und oxidierte Metallflächen setzen sich in den Führungsschienen und auf den Kontaktstiften ab und verhindern einen sauberen Stromfluss, obwohl Akku und Ladegerät technisch einwandfrei sind.

Eine vorsichtige Reinigung mit einem trockenen, nicht fusselnden Tuch reicht meist aus. Feuchtigkeit, Sprühöl oder scharfe Gegenstände haben an den Kontakten nichts zu suchen, da sie Kurzschlüsse begünstigen oder die Kontaktflächen zusätzlich beschädigen können. Erst wenn die Kontakte sichtbar sauber sind und der Akku beim Einsetzen spürbar einrastet, ist dieser einfachste aller Prüfschritte abgeschlossen.

Das Temperaturfenster des Ladegeräts beachten

Viele Ladegeräte arbeiten nur innerhalb eines festgelegten Temperaturfensters und verweigern den Ladevorgang außerhalb davon, ohne dass dafür ein Defekt vorliegt. Ein Akku, der direkt aus einem kalten Fahrzeug oder einer sommerlich aufgeheizten Werkstatt kommt, wird vom Ladegerät oft schlicht abgewiesen.

Sichtbar wird das fast nie über eine Textmeldung, sondern über ein Blinkmuster der Kontrollleuchte, das auf den ersten Blick wie ein Fehler aussieht. Wer Akku und Ladegerät für eine halbe Stunde bei Raumtemperatur ruhen lässt und den Ladevorgang danach erneut startet, schließt diese häufige und völlig harmlose Ursache aus.

Das Ladegerät selbst gegenprüfen

Bleibt der Ladevorgang nach den ersten beiden Schritten weiterhin aus, rückt das Ladegerät selbst in den Fokus. Am zuverlässigsten lässt sich das mit einem zweiten, nachweislich funktionierenden Akku derselben Baureihe prüfen: Lädt dieser zweite Akku ohne Probleme, ist das Ladegerät in Ordnung und der ursprüngliche Akku steht wieder im Verdacht.

Lädt hingegen auch der zweite Akku nicht, deutet vieles auf einen Defekt im Ladegerät selbst hin, etwa an der internen Elektronik oder am Netzteil. Eine Steckdose mit bekannt funktionierender Stromversorgung sollte dabei ebenfalls sichergestellt sein, um diese Fehlerquelle von vornherein auszuschließen.

Den Akku an einem anderen Ladegerät testen

Umgekehrt liefert ein zweites Ladegerät derselben Baureihe die verlässlichste Aussage über den Zustand des Akkus. Nimmt ein anderes, funktionierendes Ladegerät derselben Plattform den fraglichen Akku ebenfalls nicht an, liegt die Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit im Akku selbst und nicht mehr im Ladegerät.

Dieser Kreuztest aus Schritt drei und vier lässt sich mit Freunden, Kollegen oder im selben Haushalt vorhandenen Geräten derselben Marke oft ohne großen Aufwand durchführen und liefert eine deutlich sicherere Diagnose als das bloße Beobachten der Blinkanzeige an nur einem Gerät.

Tiefentladung und die Schutzelektronik

Wenn weder Kontakte noch Temperatur noch ein Gerätetausch das Problem erklären, kommt die Tiefentladung ins Spiel. Sie entsteht, wenn ein Akku über längere Zeit, etwa durch monatelange Lagerung ohne Nutzung, unter eine kritische Spannungsschwelle je Zelle entladen wird. Die eingebaute Schutzelektronik erkennt diesen Zustand und sperrt den Akku dauerhaft, um Zellschäden, Überhitzung oder einen Brand zu verhindern.

Genau an dieser Stelle endet die sinnvolle Eigendiagnose. Das Öffnen des Akkupacks oder das Anlegen einer fremden Spannung, um die Sperre zu umgehen, ist keine Reparaturmethode, sondern eine ernsthafte Gefahr: Lithium-Ionen-Zellen können bei unsachgemäßem Eingriff auslaufen, überhitzen oder in Brand geraten. Von solchen Eingriffen ist grundsätzlich abzuraten, unabhängig davon, wie einfach sie in Anleitungen aus fragwürdigen Quellen dargestellt werden.

Blinkcodes lesen und entscheiden, ob sich ein Ersatz lohnt

Die Blinkfolgen an Akku und Ladegerät sind kein universeller Standard, sondern von Marke zu Marke und teils von Baureihe zu Baureihe unterschiedlich codiert. Ein bestimmtes Muster kann bei einem Hersteller Temperaturschutz bedeuten und bei einem anderen einen Zellfehler. Die verbindliche Zuordnung steht ausschließlich im Handbuch des jeweiligen Geräts, das sich lohnt zu konsultieren, bevor voreilige Schlüsse gezogen werden.

Bestätigen sich alle vorherigen Schritte, also saubere Kontakte, passende Temperatur, ein funktionierendes Ladegerät im Test mit einem anderen Akku und ein weiterhin verweigerter Akku an einem zweiten Ladegerät derselben Baureihe, ist ein Ersatz die realistische Option. Genau hier zahlt sich aus, in welchem Umfang eine Maschine ihren Akkutyp mit anderen Modellen teilt. Die Website, auf der dieser Ratgeber erscheint, dokumentiert aktuell 368 Werkzeugmodelle, 450 Akkutypen und 21 Marken (darunter AEG, Black & Decker, Bosch, DeWalt, Gardena, Greenworks, HiKOKI, Hitachi, Husqvarna, Kress, Makita, Metabo, Milwaukee, Parkside, Rowenta, Ryobi, Scheppach, Snow Joe, Spypoint, Stihl und Worx). Im Durchschnitt teilt sich eine Maschine ihren Akkutyp mit 34 weiteren Maschinen, bei den am häufigsten geteilten Typen liegt dieser Wert noch deutlich höher: Der AP 30 passt in 67 Maschinen, und BSL36A18X, BSL36B18X, BSL36B18, BSL36A18 sowie BSL36C18 passen jeweils in 65 Maschinen. Wer den genauen Akkutyp seiner Maschine kennt, findet damit oft mehrere passende Optionen statt nur einer einzigen.

Vor dem Kauf eines Ersatzakkus oder Ladegeräts lohnt ein systematischer Abgleich, damit das neue Teil tatsächlich zur vorhandenen Maschine passt:

  • Ob der Ersatzakku zur selben Akkuplattform der Marke gehört, nicht nur äußerlich zur Werkzeugform passt
  • Ob die Spannungsklasse übereinstimmt (verbreitet ist etwa die 18-Volt-Klasse)
  • Ob die Kapazität dem bisherigen Akku mindestens entspricht
  • Ob der Steckverbinder und die Führungsschiene exakt zur Aufnahme am Werkzeug beziehungsweise am Ladegerät passen
  • Ob ein passendes Ladegerät bereits vorhanden ist oder zusätzlich beschafft werden muss
  • Ob der Akkutyp laut Herstellerangabe auch für weitere im Haushalt vorhandene Maschinen nutzbar ist