Akkus laden, lagern, entsorgen
Akkus lagern und über den Winter bringen
Dieser Ratgeber erklärt, warum Lithium-Ionen-Akkus auch im Stillstand an Kapazität verlieren und wie Sie sie über die Wintermonate hinweg richtig lagern. Er zeigt außerdem, wie Sie im Frühjahr den Zustand prüfen und einen tiefentladenen Akku richtig einordnen.
Warum Lithium-Ionen-Akkus auch ohne Nutzung altern
Ein Lithium-Ionen-Akku altert nicht nur durch Lade- und Entladezyklen, sondern auch chemisch, während er einfach nur in einem Regal liegt. Im Inneren laufen kontinuierlich kleine Nebenreaktionen an den Elektroden ab, die unabhängig davon stattfinden, ob das Werkzeug benutzt wird oder nicht. Diese Reaktionen bauen mit der Zeit eine dünne Schicht auf der negativen Elektrode auf, die die nutzbare Kapazität dauerhaft verringert.
Wie schnell dieser Prozess voranschreitet, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: dem Ladestand, in dem der Akku ruht, und der Temperatur, der er dabei ausgesetzt ist. Ein Akku, der nahe der vollen Ladung gelagert wird, steht unter höherer innerer Spannung und altert dadurch schneller als einer, der nur zur Hälfte geladen ist. Wärme verstärkt diesen Effekt zusätzlich: Ein voll geladener Akku, der in einem warmen Raum steht, verliert über Monate spürbar mehr Kapazität als derselbe Akku bei kühleren Temperaturen. Die Kombination aus hoher Ladung und Wärme ist damit die ungünstigste Konstellation für eine lange Standzeit.
Der richtige Ladestand für die Winterpause
Für eine Standzeit von mehreren Monaten, wie sie über den Winter typisch ist, empfiehlt sich ein Ladestand von etwa der Hälfte der Kapazität, also grob zwischen 30 und 60 Prozent, statt vollständig geladen oder vollständig entladen. Bei voller Ladung steht die Zellchemie dauerhaft unter Spannung, was die beschriebene Alterung beschleunigt. Bei nahezu leerem Akku besteht dagegen das Risiko, dass die Spannung einzelner Zellen während der Lagerung durch Selbstentladung unter die vom Batteriemanagement festgelegte Schutzschwelle fällt.
Ein mittlerer Ladestand vermeidet beide Extreme. Er hält die Zellen in einem Spannungsbereich, in dem die Nebenreaktionen an der Elektrode am langsamsten ablaufen, und lässt gleichzeitig genug Reserve, damit die Selbstentladung über die Wintermonate nicht in den kritischen Bereich fällt. Wer seinen Akku vor der Einlagerung ohnehin gerade benutzt hat, muss ihn dafür nicht extra nachladen: Ein Ladestand nach einer normalen Nutzung liegt in vielen Fällen bereits in diesem Bereich.
Der richtige Lagerort
Der Lagerort entscheidet mit darüber, wie gut ein Akku den Winter übersteht. Trocken und frostfrei sind die zwei wichtigsten Bedingungen: Feuchtigkeit kann in die Kontakte eindringen und dort Korrosion verursachen, während anhaltender Frost die Zellchemie schädigen kann. Ein unbeheizter, aber frostfreier Raum wie eine trockene Abstellkammer eignet sich in der Regel besser als eine kalte Garage oder ein stark aufgeheizter Wohnraum.
Der Akku sollte außerdem nicht in der Maschine verbleiben und nicht im Ladegerät stecken bleiben. In der Maschine kann er über Restverbraucher der Elektronik langsam entladen werden, im Ladegerät wird er je nach Modell immer wieder leicht nachgeladen und dadurch unnötig lange auf einem hohen Ladestand gehalten. Auch die unmittelbare Umgebung spielt eine Rolle: Legen Sie den Akku nicht offen neben Schrauben, Werkzeug oder anderen Metallteilen ab. Diese können die Kontakte an der Unterseite verbinden und einen Kurzschluss auslösen, der im schlimmsten Fall zu Überhitzung führt.
Saisongeräte im Fokus: Rasenmäher, Heckenschere, Laubbläser und Vertikutierer
Manche Geräte stehen deutlich länger still als andere, und genau bei ihnen macht sich eine falsche Lagerung am stärksten bemerkbar. Der Rasenmäher wird nach dem letzten Schnitt im Herbst oft bis zum Frühjahr nicht mehr angerührt, ebenso die Heckenschere nach dem letzten Formschnitt. Bei beiden Geräten lohnt es sich, den Akku vor der langen Pause zu entnehmen, statt ihn einfach im Gerät zu belassen.
Der Laubbläser wird meist erst nach dem Laubfall im Spätherbst zum letzten Mal eingesetzt und verschwindet danach für Monate im Keller oder in der Garage. Der Vertikutierer wiederum kommt oft nur ein oder zwei Mal im Jahr zum Einsatz, im Frühjahr oder Herbst, und steht den Rest der Zeit still. Gerade weil diese Geräte so selten benutzt werden, ist der Ladestand, mit dem ihr Akku in die Standzeit geht, besonders wichtig: Wer ihn nach dem letzten Einsatz nicht bewusst auf einen mittleren Ladestand bringt, riskiert bei diesen Geräten die längste und damit ungünstigste Standzeit im ganzen Jahr.
Die Kontrolle im Frühjahr
Bevor die Saison wieder beginnt, lohnt sich ein kurzer Check, noch bevor der Akku unter Volllast im Garten zum Einsatz kommt. Dabei geht es darum, frühzeitig zu erkennen, ob der Akku den Winter gut überstanden hat oder ob sich die Kapazität spürbar verschlechtert hat.
- Ladestand messen, bevor Sie den Akku ans Ladegerät anschließen, um eine grobe Einschätzung zu bekommen, wie stark er sich über den Winter selbst entladen hat.
- Den Akku einmal vollständig laden, statt ihn nur kurz anzuschließen, damit sich das Batteriemanagement auf den vollen Ladezyklus einstellen kann.
- Das Gerät danach im normalen Betrieb laufen lassen und die Laufzeit mit der aus dem Vorjahr vergleichen, zum Beispiel bei einer vergleichbaren Rasenfläche oder Heckenlänge.
- Bei deutlichem Laufzeitverlust oder ungewöhnlicher Erwärmung während des Ladens den Akku nicht weiterverwenden, sondern den Fall genauer prüfen lassen.
Tiefentladene Akkus und die Suche nach dem passenden Ersatz
Wenn ein Akku im Frühjahr deutlich schwächer ist oder sich gar nicht mehr laden lässt, steckt dahinter häufig eine Tiefentladung, die während der Standzeit unbemerkt passiert ist. Sinkt die Spannung einzelner Zellen unter die vom Batteriemanagement festgelegte Schutzschwelle, schaltet die interne Elektronik den Akku komplett ab, um die Zellen vor irreversibler Schädigung zu schützen. Genau das ist der Grund, warum manche Ladegeräte einen solchen Akku danach gar nicht mehr annehmen: Sie erkennen aus Sicherheitsgründen keinen normalen Ladezustand mehr und starten den Ladevorgang erst gar nicht, weil ein beschädigter oder tiefentladener Zellverbund nicht risikofrei geladen werden kann.
In diesem Fall bleibt meist nur der Ersatz durch einen neuen Akku, und dabei zählt vor allem, den exakt passenden Typ für die eigene Maschine zu finden. Diese Website dokumentiert genau dafür 368 Werkzeugmodelle, 450 Akkutypen und 21 Marken, darunter AEG, Black & Decker, Bosch, DeWalt, Gardena, Greenworks, HiKOKI, Hitachi, Husqvarna, Kress, Makita, Metabo, Milwaukee, Parkside, Rowenta, Ryobi, Scheppach, Snow Joe, Spypoint, Stihl und Worx. Im Durchschnitt teilt sich eine Maschine ihren Akkutyp mit 34 weiteren Maschinen, was die Suche nach einem kompatiblen Ersatz oder Ladegerät in der Praxis oft einfacher macht, als es auf den ersten Blick scheint. Besonders häufig geteilte Typen sind zum Beispiel AP 30, der zu 67 verschiedenen Maschinen passt, sowie BSL36A18X, BSL36B18X, BSL36B18, BSL36A18 und BSL36C18, die jeweils in 65 Maschinen zum Einsatz kommen. Wer den genauen Akkutyp seiner Maschine kennt, kann gezielt nach einem passenden Ersatzakku oder Ladegerät suchen, statt sich allein auf die Herstellerbezeichnung der Maschine zu verlassen.