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Welcher Akku in welches Werkzeug passt, Marke für Marke und System für SystemWelcher Akku passt, Typ für Typ und Gerät für Gerät

Akkus laden, lagern, entsorgen

Wie ein Akku richtig geladen wird

Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Akku für Elektrowerkzeuge richtig geladen wird, ausgehend von den häufigsten Missverständnissen rund um Lithium Ionen Technik. Er zeigt, worauf bei Temperatur, Ladedauer und Ladegerät zu achten ist, damit der Akku möglichst lange zuverlässig arbeitet.

Lesezeit: 4 min

Wie ein Akku richtig geladen wird

Der weit verbreitete Irrtum vom Memory Effekt

Viele Nutzer glauben noch immer, ein Akku müsse vor dem Laden vollständig entladen werden, damit er seine volle Kapazität behält. Dieser sogenannte Memory Effekt betraf jedoch Nickel Cadmium Akkus, eine Technik, die in modernen Elektrowerkzeugen praktisch nicht mehr verwendet wird. Heutige Akkus für Bohrmaschinen, Rasenmäher oder Heckenscheren arbeiten mit Lithium Ionen Zellen, die anders reagieren.

Bei Lithium Ionen Akkus bewirkt eine vollständige Entladung das Gegenteil des gewünschten Effekts: Sie belastet die Zellen und beschleunigt ihre Alterung. Sinnvoller ist es, den Akku zu laden, bevor er vollständig leer ist, und ihn nicht über längere Zeit im entladenen Zustand liegen zu lassen. Ein Ladezyklus zwischen häufigem Gebrauch und teilweiser Entladung schadet der Zelle also nicht, sondern entspricht ihrer normalen Funktionsweise.

Die richtige Temperatur beim Laden

Lithium Ionen Zellen laden am zuverlässigsten in einem gemäßigten Temperaturbereich: deutlich über dem Gefrierpunkt und weit entfernt von der Hitze, die sich zum Beispiel im Sommer in einem geschlossenen Auto aufbaut. Wird ein Akku außerhalb dieses Bereichs geladen, schaltet die eingebaute Elektronik oft ab, oder der Ladevorgang verläuft langsamer und ungleichmäßiger als gewöhnlich.

Ein Akku, der kalt aus dem Gartenhaus oder der Werkstatt kommt, sollte deshalb zunächst Raumtemperatur annehmen, bevor er ans Ladegerät angeschlossen wird. Umgekehrt gilt das Gleiche nach intensivem Einsatz: Ein Akku, der nach längerer Arbeit mit einer Kreissäge oder einem Rasenmäher spürbar warm geworden ist, sollte erst abkühlen, bevor er geladen wird. So wird die Zelle nicht doppelt belastet, einmal durch die Arbeit und einmal durch den Ladevorgang.

Schnellladegeräte: mehr Tempo, mehr Belastung

Schnellladegeräte verkürzen die Wartezeit deutlich, weil sie mit einer höheren Stromstärke arbeiten. Diese höhere Stromstärke erzeugt jedoch mehr Wärme in der Zelle, und Wärme ist einer der Hauptfaktoren, die die Lebensdauer eines Akkus verkürzen. Ein Akku, der regelmäßig mit einem Schnellladegerät geladen wird, altert deshalb tendenziell schneller als einer, der mit einem Standardladegerät versorgt wird.

Trotzdem hat die Schnellladung ihren berechtigten Platz: Wer mitten in einem Arbeitstag schnell wieder einsatzbereit sein muss, etwa auf einer Baustelle oder bei der Gartenpflege über mehrere Stunden, profitiert von der kurzen Ladezeit. Für den Alltag zu Hause, bei dem der Akku ohnehin über Nacht oder während einer Pause laden kann, ist ein Standardladegerät die schonendere Wahl.

Laden über Nacht und die Lagerung im vollen Zustand

Einen Akku über Nacht am Ladegerät zu lassen, ist mit modernen Geräten unproblematisch, denn diese schalten automatisch ab, sobald der Akku voll ist, und liefern danach keinen nennenswerten Strom mehr nach. Die eigentliche Belastung entsteht nicht durch die eine Nacht am Ladegerät, sondern dadurch, wenn ein voller Akku danach über Wochen ungenutzt liegen bleibt.

Ein Lithium Ionen Akku, der über einen längeren Zeitraum im vollständig geladenen Zustand gelagert wird, altert schneller als einer, der bei mittlerem Ladestand aufbewahrt wird. Wer ein Werkzeug also über den Winter oder für mehrere Wochen weglegt, sollte den Akku vorher nicht vollständig aufladen, sondern eher auf einen mittleren Ladestand bringen und ihn an einem trockenen, gemäßigt temperierten Ort lagern.

Woran Sie ein müdes Ladegerät erkennen

Nicht nur der Akku selbst verschleißt mit der Zeit, auch Ladegeräte verlieren nach Jahren im Einsatz an Zuverlässigkeit. Einige Anzeichen deuten recht eindeutig darauf hin, dass ein Ladegerät ausgetauscht werden sollte:

  • Die Statusanzeige blinkt unregelmäßig oder in einem Muster, das von der normalen Ladeanzeige abweicht.
  • Der Ladevorgang bricht schon nach wenigen Minuten ab, obwohl der Akku noch nicht voll ist.
  • Der Akku bleibt während des gesamten Ladevorgangs kalt, obwohl ein leichtes Erwärmen normal wäre.
  • Das Ladegerät wechselt nicht von der Schnellladephase in einen Erhaltungsmodus.
  • Derselbe Akku lädt an einem anderen, funktionierenden Ladegerät wie gewohnt, was das ursprüngliche Ladegerät als Fehlerquelle bestätigt.

Ein Akkutyp für viele Maschinen

Die Häufigkeit solcher Fragen erklärt sich auch aus der Struktur des Marktes: Diese Website dokumentiert 368 Werkzeugmodelle, 450 Akkutypen und 21 Marken, darunter AEG, Black & Decker, Bosch, DeWalt, Gardena, Greenworks, HiKOKI, Hitachi, Husqvarna, Kress, Makita, Metabo, Milwaukee, Parkside, Rowenta, Ryobi, Scheppach, Snow Joe, Spypoint, Stihl und Worx. Im Mittel teilt sich eine Maschine ihren Akkutyp mit 34 weiteren Maschinen, ein einzelner Akku versorgt also oft eine ganze Gerätefamilie.

Besonders deutlich zeigt sich das bei den am häufigsten geteilten Akkutypen: Der AP 30 passt in 67 Maschinen, BSL36A18X, BSL36B18X, BSL36B18, BSL36A18 und BSL36C18 jeweils in 65 Maschinen. Wer einen dieser Akkutypen besitzt, lädt damit häufig mehrere Werkzeuge aus demselben System, und die hier beschriebenen Regeln zu Temperatur, Ladedauer und Lagerung gelten für jedes davon gleichermaßen.