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Welcher Akku in welches Werkzeug passt, Marke für Marke und System für SystemWelcher Akku passt, Typ für Typ und Gerät für Gerät

Original oder Nachbau

Woran ein schlechter Nachbau-Akku zu erkennen ist

Dieser Ratgeber zeigt, an welchen Angaben in der Produktbeschreibung sich ein Nachbau-Akku schon vor dem Kauf verrät, und welche Anzeichen nach dem Auspacken auf mangelhafte Qualität hindeuten. Er erklärt außerdem, wie Sie vorgehen, wenn ein solcher Akku bereits bei Ihnen zu Hause liegt.

Lesezeit: 4 min

Woran ein schlechter Nachbau-Akku zu erkennen ist

Warum Nachbau-Akkus für so viele Maschinen infrage kommen

Auf dieser Website sind 368 Werkzeugmodelle von 21 Marken dokumentiert, die zusammen 450 verschiedene Akkutypen verwenden. Im Mittel teilt sich ein Akkutyp mit 34 weiteren Maschinen dieselbe Bauform und denselben Anschluss. Diese Häufung erklärt, warum der Markt für Ersatzakkus so groß ist und warum gezielt für die verbreitetsten Typen Nachbauten angeboten werden.

Am deutlichsten zeigt sich das bei den Akkutypen mit der größten Reichweite: Ein Typ passt in 67 Maschinen, fünf weitere Typen (BSL36A18X, BSL36B18X, BSL36B18, BSL36A18 und BSL36C18) passen jeweils in 65 Maschinen. Wer einen Akku sucht, der in so viele Geräte passt, findet online zwangsläufig auch Angebote, die mit dieser Kompatibilität werben, ohne dass die Qualität dahinter stimmt. Je größer die Zielgruppe eines Akkutyps, desto lohnender ist es für Anbieter minderwertiger Nachbauten, genau diesen Typ zu kopieren.

Warnzeichen vor dem Kauf: was in der Beschreibung steht

Die erste Prüfung findet auf der Produktseite statt, lange bevor das Paket ankommt. Eine Kapazitätsangabe, die höher liegt, als die Bauform physikalisch fassen kann, ist ein klares Warnsignal. Jede Akkuzelle hat eine physikalische Grenze, und ein Gehäuse einer bestimmten Größe kann nur eine begrenzte Anzahl an Zellen aufnehmen. Wird eine Kapazität beworben, die diesen Rahmen sprengt, stimmt entweder die Angabe nicht, oder die verbauten Zellen sind von minderer Qualität und halten die genannten Werte nicht.

Ein zweites Signal ist eine Leistungsangabe in Ampere statt in Amperestunden. Die Kapazität eines Akkus wird in Amperestunden (Ah) angegeben, nicht in Ampere (A). Wer diese beiden Einheiten in der Beschreibung vermischt oder nur die Stromstärke nennt, verschleiert entweder mangelnde Sachkenntnis oder versucht, mit einer beeindruckend klingenden Zahl von der tatsächlichen Kapazität abzulenken.

Fehlt außerdem jede Angabe zum Zellhersteller, ist das ein weiteres Warnzeichen. Seriöse Anbieter nennen, von welchem Hersteller die verbauten Zellen stammen, weil die Zellqualität den größten Einfluss auf Lebensdauer und Sicherheit hat. Und schließlich verrät sich ein Nachbau oft über das Gewicht: Liegt es deutlich unter dem des Originals, enthält das Gehäuse mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger oder kleinere Zellen, als die Kapazitätsangabe vorgibt.

Warnzeichen vor dem Kauf: wie das Angebot betitelt ist

Ein weiteres Muster zeigt sich im Titel der Produktbeschreibung selbst. Viele Nachbau-Angebote führen die Typnummer des Originalakkus prominent im Titel, ohne sie an irgendeiner Stelle zu erklären oder in Bezug zu den tatsächlich unterstützten Maschinen zu setzen. Die Typnummer dient hier nicht der Information, sondern ausschließlich dazu, in der Suche neben dem Original gefunden zu werden.

Ein seriöses Angebot erklärt, für welche Maschinen ein Akku geeignet ist, und begründet den Bezug zur Originaltypnummer, etwa durch eine Liste kompatibler Modelle. Wird die Typnummer dagegen nur als Schlagwort verwendet, ohne dass erkennbar ist, worauf sie sich stützt, lohnt sich ein zweiter Blick auf die übrigen Angaben der Beschreibung, bevor eine Kaufentscheidung fällt.

Woran ein schlechter Akku nach dem Auspacken zu erkennen ist

Auch wenn die Beschreibung unauffällig wirkte, entscheidet sich die eigentliche Qualität erst beim Auspacken und beim ersten Gebrauch. Folgende Punkte lassen sich direkt prüfen, sobald der Akku in der Hand liegt:

  • Spiel in der Führung: Der Akku sollte sich ohne Wackeln in die Schiene des Werkzeugs einsetzen lassen, nicht seitlich klappern.
  • Verriegelung ohne hörbares Einrasten: Ein spürbares und hörbares Klicken zeigt, dass der Akku sicher sitzt. Bleibt dieses Klicken aus, ist die Passform ungenau gefertigt.
  • Kontakte aus zu dünnem Blech: Dünne, leicht verbiegbare Kontaktbleche erhöhen den Übergangswiderstand und damit die Erwärmung beim Laden und Entladen.
  • Fehlende oder tote Ladestandsanzeige: Zeigt die Anzeige nach dem Drücken der Taste keine LEDs oder bleibt dauerhaft dunkel, deutet das auf eine mangelhafte Elektronik hin.
  • Starke Erwärmung schon beim ersten Laden: Ein Akku, der sich bereits bei der ersten Ladung deutlich stärker erwärmt als gewohnt, weist auf schlechte Zellen oder eine unzureichende Schutzschaltung hin.

Wenn der Akku bereits im Haus ist

Ist der Akku schon geliefert und ausgepackt, lohnt es sich, die erste Ladung nicht nebenbei laufen zu lassen, sondern aktiv zu beobachten. Prüfen Sie, ob die Ladestandsanzeige während des Ladevorgangs plausibel reagiert, und fassen Sie das Gehäuse in regelmäßigen Abständen an, um die Temperatur einzuschätzen. Ein Akku, der sich während des Ladens deutlich wärmer anfühlt als das Ladegerät selbst, sollte nicht unbeaufsichtigt weiterladen.

Im nächsten Schritt zählt die Laufzeit im Vergleich zum bisherigen Akku. Nutzen Sie das Werkzeug mit dem neuen Akku für dieselbe Aufgabe, für die Sie zuvor den alten Akku verwendet haben, und vergleichen Sie, wie lange die Leistung konstant bleibt. Fällt die Laufzeit spürbar kürzer aus, obwohl der Akku als vollwertiger Ersatz beworben wurde, bestätigt das die Zweifel, die schon die Beschreibung oder die Verarbeitung geweckt haben.

Öffnen Sie den Akkupack in keinem Fall selbst, und laden Sie einen Akku nicht weiter, der bereits sichtbare Beschädigungen, eine aufgeblähte Hülle oder einen ungewöhnlichen Geruch zeigt. Bei begründeten Zweifeln ist der Weg über Reklamation und Rückgabe die sicherere Option gegenüber jedem Eingriff am Gerät selbst.